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Wildkräuter für Frühlingssalat wachsen fast überall

Endlich ist der Frühling da, nach dem langen Winter ist die Sehnsucht nach frischen Grünpflanzen und Vitaminen groß. Die Natur hilft großzügig mit einigen ihrer besten Produkte, die voller Kraft und Gesundheit schon früh aus dem Boden schießen. Die folgenden Wildkräuter sind richtige Vitaminbomben und noch dazu äußerst schmackhaft. Mit ihnen kannst du dir einen gesunden Frühlingssalat zusammenstellen.

Ein paar Tipps vorweg

Die oberste Regel für Wildpflanzen-Liebhaber ist, dass ein guter Sammler unsichtbar ist. Sei stets rücksichtsvoll in der Natur, nimm nur maßvoll und so viel du wirklich verwenden wirst. Die meisten Tiere sind sehr empfindlich gegen Störungen durch Menschen. Verhalte dich leise und wenn du Wildtiere siehst, geh nicht auf sie zu, sondern beobachte leise oder wende dich ab und entferne dich von ihnen.

Beachtet auch, dass manche Pflanzen giftige Doppelgänger haben, deshalb empfehle ich euch spezialisierte Bücher zum Bestimmen der Pflanzen.

Die häufigsten essbaren Wildpflanzen übersichtlich präsentiert

Wildkräuter für deinen Frühjahrssalat

Die folgenden Kräuter findest du oft schon im März, sie eignen sich hervorragend für einen Frühjahrs-Wildkräutersalat.

1. Bärlauch

Bärlauch

Der Star unter den früh sprießenden Wildpflanzen ist sicher der Bärlauch (Allium ursinum), und das nicht nur wegen seiner schönen weißen Blüten, sondern vor allem wegen seines Duftes nach Knoblauch. Oft kommen die schmackhaften Blätter bereits Anfang März aus dem Boden. Du findest ihn vor allem in lichten Wäldern, an Waldrändern und an Waldbächen. Seine nach Knoblauch riechenden Blätter kannst du frisch als Gewürz verwenden, als Salatbeigabe essen oder wie Spinat zubereiten.

2. Brennnesseln und Taubnesseln

Brennnessel

Mitte März beginnt auch Zeit für die Nesselpflanzen. Die jungen Triebe der großen Brennnessel (Urtica dioica) und der kleinen Brennnessel (Urtica urens) sind weich und zart grün. In diesem frühen Stadium fehlen ihnen noch ihre feinen Brennhaare, die namensgebenden Nesseln. Du kannst die Blätter oder Triebspitzen mit einer feinen Schere oder mit den Fingernägeln abknipsen. Brennnesselblätter schmecken dezent nussig.

Die nahen Verwandten der Brennnessel, die Purpurrote Taubnessel, die Weiße Taubnessel und die Goldnessel, sind wild nicht so häufig anzufinden. Dafür haben sie den Vorteil, keine Brennhaare zu besitzen. Verwenden kannst du die jungen Blätter aller fünf Nesselvarianten roh für Salate oder blanchiert als Gemüse.

3. Ehrenpreis

Ehrenpreis

Dass der persische Ehrenpreis (Veronica persica) trotz seiner starken Verbreitung relativ unbekannt ist, verdankt er wahrscheinlich seiner Unauffälligkeit. Dabei wächst er in Gärten, auf Äckern und allen anderen nährstoffreichen Böden, sogar bis 1900 m Höhe. Du kannst Blätter und Blüten gleichermaßen verwenden.

Da die Blüten sehr zart sind und leicht gequetscht werden, solltest du sehr vorsichtig mit ihnen umgehen. Dafür belohnen sie dich als hübsche und schmackhafte Dekoration in Salaten oder auf Gemüsegerichten.

Wie bei vielen anderen Wildkräutern und -pflanzen kannst du die Blätter und Triebspitzen auch als verdauungsanregenden Tee zubereiten. Der Geschmack ist leicht herb und erinnert an Schwarztee. Äußerlich angewendet hilft der Tee gegen Hautirritationen wie Akne und Neurodermitis.

4. Gänseblümchen

Gänseblümchen

Wer kennt es nicht, das hübsche, kleine Gänseblümchen (Bellis perennis)? Es wächst vom Frühling an den ganzen Sommer durch auf Wiesen und anderen nährstoffreichen Böden, oft sogar bis in den Winter hinein. Kinder knüpfen Ketten und Kopfschmuck daraus, als Erwachsene wissen wir es als hübsche Salatbeigabe zu schätzen. Du kannst die Blätter, Blüten und auch die Knospen im Salat verwenden. Die Pflanze schmeckt ein wenig wie Feldsalat, ist geschmacklich aber zurückhaltend. Gänseblümchen sind besonders reich an Kalium, Calcium, Eisen und den Vitaminen A und C.

Manche Menschen bekommen vom Gänseblümchen ein raues, eventuell auch leicht stechendes Gefühl im Mund. Das ist unangenehm, aber nicht beunruhigend, denn es beruht auf den unbedenklichen Gerbstoffen in der Pflanze.

Eine andere schmackhafte Verwendung ist das Untermischen in Kräuterquark.

5. Löwenzahn

Löwenzahn

Der Löwenzahn (Taraxacum officinale) ist eine meiner Lieblingspflanzen, denn er ist unglaublich widerstandsfähig und überträgt diese Kraft auch auf uns, wenn wir ihn zu nutzen wissen. Auch der Löwenzahn liebt Wiesen und Äcker wegen ihrer nährstoffreichen Erde.

Ab Mitte März oder spätestens Anfang April findest du die ersten jungen, zarten Blätter, die du als delikate Salatzugabe verwenden kannst. Ihr Geschmack erinnert an Chicorée. Etwas reifere und festere Blätter können bitter sein. Wenn du sie fein schneidest und eine Stunde in Wasser ziehen oder mit Salz bestreut liegen lässt, wird der Geschmack milder. Löwenzahnblätter enthalten achtmal so viel Vitamin C wie Kopfsalat und außerdem doppelt so viel Kalium und Magnesium. So wird Löwenzahn zu einem echten Gesundheits-Booster.

6. Scharbockskraut

Scharbockskraut

Woher hat das Scharbockskraut (Ramunculus ficaria) bloß seinen seltsamen Namen? Die Legende besagt, dass das Wort Skorbut darin liege, denn früher habe man wegen des hohen Vitamin-C-Gehalts dieses Wildkraut auf Schiffen mitgeführt, um die gefürchtete Krankheit zu vermeiden. In jedem Fall kannst du die Blätter im Salat, als Gemüse oder auch als Frischgewürz zu Bratgerichten nutzen. Du findest dieses Kraut ebenfalls auf nährstoffreichen Böden und oft an eher feuchten Wald-Standorten. Der Geschmack ist leicht säuerlich mit einer pfeffrigen Note.
Scharbockskraut enthält Protoanemonin, das man nicht in größeren Mengen konsumieren sollte, denn es kann die Schleimhäute reizen. Da der Protoanemonin-Gehalt der Blätter nach der Blüte steigt, sollten man dann das Scharbockskraut nicht mehr essen.

7. Vogelmiere

Vogelmiere

Diese winzige, unauffällige, weiß blühende Pflanze (Stellaria media) hat einen wunderbar nussigen Geschmack mit einer entfernten Erinnerung an Kopfsalat. Sie kommt an ihren Standorten meist in großer Menge vor und sieht dann aus wie ein weiß getüpfelter Teppich. Du kannst sie büschelweise ernten und Blätter, Stängel, Blüten sowie später im Jahr die kleinen Fruchtkugeln und Samenstände verwenden. Verarbeite sie roh als Salat oder kurz gedünstet als zartes Gemüse. Als Frühlingsbote bietet sie dir ein reichhaltiges Nährstoffangebot und schlägt den Kopfsalat um mehrere Längen, unter anderem mit bis zu achtmal so viel Vitamin A und C und siebenmal so viel Eisen.
Viele Wildpflanzen lassen sich für den Wintervorrat portionsweise einfrieren oder zu einer haltbaren Wildkräuter-Würzpaste verarbeiten. Auf diese Weise kannst du immer von den gesunden Pflanzen profitieren.

Wildkräuter: Von der Wiese auf den Teller – mit 42 vitalen Rezepten

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