Trennung

Trennungsmediation – Eine Chance für Dein Kind

Trennungsmediation

Was ist der entscheidende Unterschied zwischen einer Trennung von Eltern und von Paaren, die keine Kinder haben? Mit der Geburt deines Kindes kannst du deiner Ex-Partnerin nicht mehr für immer aus dem Wege gehen. Ab dem Zeitpunkt, an dem euer Kind das Licht der Welt erblickt hat, seid ihr die gemeinsamen Eltern des Kindes, und das wird auch immer so bleiben. Gerade vor diesem Hintergrund ist es besonders wichtig, dass ihr, wenn ihr euch trennt, auch an das Kind denkt. In Bezug auf eure Trennung sind nun viele Punkte zu klären. Natürlich ist es immer eine Option, die Gerichte anzurufen. Eine weitere Option kann jedoch, wenn beide dies wollen, die Trennungsmediation sein.

Was ist eine Mediation

Die Mediation ist in Deutschland deutlich im Vormarsch. Es gibt Wirtschaftsmediation, Mediation für Mietparteien, die Mediation wird in Bausachen immer bedeutender und auch für sich trennende Ehepaare nehmen die Mediationsangebote immer stärker zu. In allen Bereichen der Mediation geht es nicht darum, dass eine Partei Recht und die andere Partei damit Unrecht bekommt. Vielmehr geht es darum Lösungen zu finden, wie alle Parteien auch zukünftig weiter miteinander auskommen können. Die Parteien sollen durch gegenseitiges Verständnis und ein bereitwilliges Entgegenkommen Lösungen entwickeln, die für keine Seite einen Gesichtsverlust darstellen. Gerade im Bereich der Mediation von Paaren, die sich trennen, steht dabei das Wohl der gemeinsamen Kinder im Vordergrund.

Welche Voraussetzungen hat eine erfolgreiche Mediation

Dafür ist es jedoch notwendig, dass beide Elternteile bereit sind die meist vorhandenen Verletzungen, die eine Trennung stets mit sich bringt, zurückzustellen. Es geht auch darum sich zu überlegen, was das wichtigste für das gemeinsame Kind oder die gemeinsamen Kinder ist. Die Mediation hat dabei den großen Vorteil, dass die Entscheidungen, anders als dies vor Gericht möglich ist, weitaus flexibler sind. Der große Vorteil der Mediation ist dabei, dass die Konflikte offen angesprochen werden und jeder seine eigenen Wünsche äußern kann. Nicht selten kommt es dabei vor, dass die Eltern erst in der Mediation merken, dass beide das Wohl des Kindes oder der Kinder in den Vordergrund stellen. Dies war vorher aufgrund der vielseitigen Verletzungen, die letztlich zu einer Trennung führten, häufig nicht mehr erkennbar.

Was macht der Mediator?

Es ist nun die Aufgabe des Mediators oder der Mediatorin, eine solche Lösung zu moderieren. Es ist keineswegs die Aufgabe des Gesprächsführers einer Partei Recht zu geben. Dafür sind Gerichtssäle da. Allerdings sind für die Lösung letztlich die Konfliktpartner als die Eltern verantwortlich. Es ist klar, dass dies voraussetzt, dass beide Parteien von ihren vorgefertigten Positionen abweichen wollen. In anderen Bereichen gilt der Grundsatz: „Nur ein Vergleich, der beiden Seiten wehtut, ist ein guter Vergleich.“

Welche Fragen, du dir stellen solltest

Wenn du dich nun fragst, ob du mit der Mutter deiner Kinder eine solche Trennungsmediation durchführen möchtest, dann solltest du über folgende Punkte nachdenken:
1. Du willst mit deiner Ex-Partnerin auch zukünftig gemeinsam die Aufgaben bewältigen, die für euch als Eltern wichtig sind?
2. Du möchtest einen Rosenkrieg verhindern und lieber eine faire Lösung finden, die für alle Familienmitglieder gut ist.
3. Du kannst dir auch vorstellen, durch eine einvernehmliche Scheidung Zeit, Geld und Nerven zu sparen.

Wenn du diese drei Fragen mit Ja beantwortest, dann kann die Mediation ein teures und Nerven aufreibendes Scheidungsverfahren ersetzen. Du solltest auch wissen, dass im Rahmen der Trennungsmediation weitere Punkte geklärt werden können, wie die Aufteilung des Vermögens und des gemeinsamen Hausstandes sowie Unterhaltsfragen, den Zugewinnausgleich aber auch Besuchs-und Umgangsregelungen für die Kinder.

Worüber du dir im klaren sein musst

Du solltest dir aber auch bewusst sein, dass in der Mediation auch emotionale Themen besprochen werden. Eine solche Trennungsmediation geht nur sehr selten ohne Tränen auf mindestens einer, meistens aber beiden Seiten vorbei. Gerade die schmerzhaften Punkte im Rahmen der Aufarbeitung der Trennung können zum Erreichen des Zieles jedoch förderlich sein.

Eines ist aber auch klar: wenn deine Partnerin eine solche Mediation nicht möchte und ihr beide nicht bereit seid aufeinander zuzugehen, dann wird die Trennungsmediation nicht gelingen können. Die Freiwilligkeit und die Vertraulichkeit sind Kernpunkte der Mediation. Wenn diese nicht bestehen, dann sollte die Mediation direkt abgebrochen werden.

Eine erfolgreiche Trennungsmediation ist wichtig für Dein Kind

Wenn ihr jedoch gemeinsam in der Trennungsmediation eine Lösung gefunden habt, die für beide Parteien akzeptabel ist, dann wird der Mediator das Ergebnis schriftlich fixieren und ihr habt die Möglichkeit bei einem Notar eine solche Scheidungsvereinbarung beglaubigen zu lassen. Ihr könnt dann mit diesem Dokument den Scheidungsantrag einreichen. Die Scheidung ist dann einvernehmlich, sodass ihr auch nur einen Anwalt benötigt. Dies ist viel einfacher als ein langwieriger „Rosenkrieg“. Und das wiederum ist nicht nur für euch, sondern auch für eure Kinder, die mit Abstand die beste Lösung.