Allgemeines Vaterschaft

Mehr Väter nehmen Elterngeld in Anspruch

Studie bemängelt ungleiche Verteilung

Essen, Berlin (epd)

Elterngeld wird zunehmend auch von Vätern in Anspruch genommen. Mütter nutzen diese Leistung jedoch weiterhin deutlich häufiger und länger, wie aus einer Untersuchung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) hervorgeht, die dem Evangelischen Pressedienst (epd) vorliegt. Der Anteil der Väter, die Elternzeit nehmen, stieg demnach seit Einführung des Elterngeldes 2007 von 15 Prozent auf 37 Prozent im Jahr 2016. Bei Müttern lag der Anteil 2016 bei mehr als 90 Prozent. Über die Studie hatten zuerst die Zeitungen der Funke Mediengruppe berichtet.

Väter nutzen das Elterngeld deutlich kürzer als Frauen: 2018 nahmen 72 Prozent der Väter das Elterngeld maximal für die Mindestdauer von zwei Monaten in Anspruch. Sieben von zehn Müttern setzten dagegen zugunsten der Kinderbetreuung drei bis zwölf Monate im Job aus.

An der ungleichen Verteilung habe auch das Elterngeld Plus seit 2015 nur wenig geändert, schreiben die Studienautoren. Mit der Regelung, nach der Elterngeldbezug und Teilzeitjob kombiniert werden können, stehen insgesamt bis zu 28 Monate bezahlte Elternzeit zur Verfügung. Bei den Müttern stieg der Studie zufolge der Anteil, der mehr als ein Jahr bezahlte Elternzeit nimmt, auf gut 30 Prozent. Bei den Vätern habe sich mit Blick auf die Nutzungsdauer des Elterngeldes hingegen kaum etwas verändert.

Wichtigste Gründe der Väter für diese Zurückhaltung ist nach Angaben der Studienautoren die Sorge vor finanziellen Einbußen oder vor Nachteilen im Beruf. In Ostdeutschland trifft diese Sorge mit zwei Dritteln auf deutlich mehr zu als in Westdeutschland mit rund der Hälfte der befragten Väter. Offenbar sähen viele Familien in Ostdeutschland keinen Spielraum, zwei Monate oder länger auf bis zu 35 Prozent des Einkommens zu verzichten, hieß es.

Von einer gleichmäßigen Aufteilung der Elternzeit zwischen Müttern und Vätern könne nach wie vor keine Rede sein, erklärte die Leiterin der Forschungsgruppe Gender Economics am DIW Berlin, Katharina Wrohlich. Zwar nähmen seit 2007 mehr und mehr Väter Elternzeit, doch gehe es insgesamt relativ langsam voran.

Das DIW stützt sich in seiner Auswertung auf Daten des Statistischen Bundesamts sowie des Beziehungs- und Familienpanels “pairfam”, für das jährlich über 12.000 bundesweit zufällig ausgewählte Menschen dreier Geburtskohorten und deren Familienangehörige befragt werden.

Quelle: epd

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