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Lieber Urlaub als zweite Impfung

Kaum sind die Lockerungen da in Verbindung mit den Pfingstferien, ist für viele das Impfen plötzlich nicht mehr wichtig und man zieht es vor lieber in den Urlaub zu fahren, wie aus einem Artikel der Schwäbischen Zeitung hervorgeht.

Trotz knappen Nachschubs schreitet die Impfkampagne im Südwesten voran. Jetzt beginnen die Pfingstferien – und die könnten den Schwung bremsen. Betreiber von Impfzentren berichten von einer massiven Zunahme an Anrufern, die ihren zweiten Impftermin wegen der Ferien verlegen wollten.

Wenn jemand kurzfristig erkrankt, könne er seinen geplanten Impftermin natürlich nicht wahrnehmen, sagt Hagen Feucht. Wofür der Betriebsleiter des Ulmer Impfzentrums allerdings überhaupt kein Verständnis hat, sind die vielen Anrufer, die aus allen möglichen anderen Gründen ihren Zweittermin verschieben möchten. „Wir stecken mitten in einer Pandemie“, betont er. „Da muss es doch möglich sein, private und berufliche Termine hintanzustellen und der Impfung absolute Priorität einzuräumen.“

Die Realität sieht aber anders aus. Das Telefon im Ulmer Impfzentrum klingele von Montag bis Samstag, also zu den Betriebszeiten, täglich 80 bis 100-mal, erklärt Feucht. Hatten die Anrufer zunächst eine ganze Bandbreite an Anliegen, drehe sich es inzwischen bei 50 Prozent der Telefonate um den Wunsch, den Zweittermin zu verlegen. „Es ging dabei ganz gehäuft um die Pfingstferien“, sagt Feucht. Diese beginnen an diesem Wochenende und dauern zwei Wochen.

Aufgrund der Pandemie und den Reisebeschränkungen ist der Campingurlaub beliebter den je. Doch wer kurz entschlossen in den Pfingsturlaub fahren möchte, sollte sich vorher genau erkundigen, denn viele Campingplätze sind ausgebucht.

Auch Ausflüge in die Berge sind derzeit ein beliebtes Ausflugsziel, doch die Bergwacht warnt vor Übermut.

Peter Haberstock von der Bergwacht Allgäu sagt, „Ich erwarte, dass in den Bergen viel los sein wird“.
Der Regionalgeschäftsführer weiß, dass sich die Zahlen in den letzten Jahren deutlich nach oben entwickelt haben – auch schon vor der Corona-Krise. Vor allem junge Menschen seien immer häufiger in den Bergen unterwegs. Dass die Berge mittlerweile überrannt würden, wie es oft heißt, findet er aber nicht. Haberstock geht davon aus, dass sich das Niveau auf dem des letzten Jahres einpendeln wird. Mit „Chaos in den Bergen“ aufgrund von Massentourismus rechnet er jedoch nicht.

Von einem „heftigen“ letzten Jahr spricht hingegen Raimund Wimmer von der Bergwacht Oberschwaben. Seine Mannschaft habe deutlich mehr Einsätze verzeichnet, als in den Jahren davor. Vor allem Wanderer, Mountainbiker und Gleitschirmflieger seien in schwierigem Gelände verunglückt. Waren es im Mai 2019 noch 51 Einsätze, sind es ein Jahr später schon 70.
Auch der Deutsche Alpenverein bestätigt einen Anstieg an Touristen in den beliebten Bergregionen. „An den Hotspots im bayerischen Alpenraum waren die Verhältnisse auch im Winter teilweise grenzwertig“, sagt Thomas Urban, Geschäftsführer der größten DAV-Sektion München.

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