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Allgemeines Recht

KiZ – Der Zuschlag zum Kindergeld

Den Kinderzuschlag (KiZ) bekommen Eltern, die genug für sich selbst verdienen, aber nicht oder nur knapp für den gesamten Bedarf der Familie aufkommen können. Das gilt für Alleinerziehende genauso wie für Eltern, die ihre Kinder gemeinsam erziehen. Der KiZ soll Familien helfen, die notwendigen Ausgaben für ihr Kind abzudecken – zusammen mit dem Kindergeld und gegebenenfalls dem Wohngeld.


Der KiZ wird zusätzlich zum Kindergeld gezahlt, wirkt also wie ein Zuschlag zum Kindergeld für Familien mit kleinen Einkommen. Dadurch kann vermieden werden, dass die Familie SGB II-Leistungen beziehen muss.

Anspruch

Der KiZ steht in der Regel Eltern zu, …

… die Kindergeld beziehen.
… die ein bestimmtes Mindesteinkommen erzielen (Elternpaare: wenigstens 900 Euro brutto, Alleinerziehende: 600 Euro brutto).
… die kein Arbeitslosengeld II beziehen.
… deren Einkommen nicht so hoch ist, dass der KiZ durch die Anrechnung des Einkommens ausgelaufen ist.
… deren Kind in ihrem Haushalt lebt.
… deren Kind unter 25 Jahre alt und nicht verpartnert oder verheiratet ist.

Übrigens!

Seit dem 1. Januar 2020 ist die Höchstgrenze entfallen und Familien können auch bis in mittlere Einkommensbereiche hinein noch einen geminderten Kinderzuschlag bekommen.
Außerdem haben Familien einen Anspruch auf den Kinderzuschlag, wenn sie mit ihm und dem Wohngeld bis 100 Euro unter dem Anspruch auf SGB II-Leistungen bleiben.

Um den Kinderzuschlag zu erhalten, müssen die Familien ein bestimmtes Einkommen selbst verdienen. Verdienen sie weniger, hat die Familie in der Regel einen Anspruch auf Leistungen der Grundsicherung nach dem SGB II.
Die Eltern dürfen aber auch nicht „zu viel“ Einkommen erwirtschaften, denn mit zunehmendem Einkommen verringert sich der KiZ-Betrag nach und nach, bis er ganz ausläuft.
Ob und in welcher Höhe der Kinderzuschlag gezahlt wird, hängt von mehreren Faktoren ab – vor allem vom eigenen Einkommen, den Wohn kosten, der Größe der Familie und dem Alter der Kinder.

Diese Beispiele zeigen, wann Familien den KiZ bekommen können

Alleinerziehendes Elternteil

Zahlt ein alleinerziehendes Elternteil ca. 500 Euro Warmmiete, kann der Kinderzuschlag bezogen werden, wenn der Verdienst bei rund 1.300 bis etwa 2.000 Euro brutto liegt (Kind: 6 Jahre).Bei einer Warmmiete von ca. 800 Euro, darf das Bruttogehalt rund 1.200 bis rund 2.500 Euro betragen. Unterhalt oder Unterhaltsvorschuss kommen hier noch hinzu (Kinder: 6 und 8 Jahre).

Paarfamilie mit zwei Kindern

Bei einer Paarfamilie mit zwei Kindern und einer Warmmiete von etwa 700 Euro darf das gemeinsame Bruttoeinkommen rund 1.600 bis etwa 3.300 Euro betragen (Kinder: 6 und 8 Jahre). Bei einer Warmmiete von etwa 1.000 Euro, darf das Bruttogehalt rund 2.000 bis etwa 3.600 Euro betragen (Kinder: 6 und 8 Jahre). Zahlt eine Paarfamilie mit drei Kindern eine Warmmiete von etwa 1.000 Euro, darf sie rund 1.500 bis etwa 4.200 Euro brutto verdienen (Kinder: 6, 8 und 10 Jahre).

Höhe

Der KiZ kann pro Kind bis zu 185 Euro betragen – abhängig von der finanziellen Situation der Familie. Wenn die Eltern mehr verdienen, als sie für sich selbst benötigen, verringert sich der Betrag entsprechend.
Erhalten Familien den KiZ, müssen sie seit dem 1. August 2019 keine Kita- Gebühren mehr zahlen.
Ihnen stehen außerdem auch Leistungen für Bildung und Teilhabe zu.

Antrag

Der Kinderzuschlag wird bei der Familienkasse der Bundesagentur für Arbeit beantragt.
Die Antragstellung wurde deutlich vereinfacht, damit die Leistung auch dort ankommt, wo sie gebraucht wird. Ab Februar 2020 können Eltern den Antrag auch online stellen.
Der KiZ wird ab dem Monat der Antragstellung für sechs Monate bewilligt.

Lohnt sich der Antrag?

Der KiZ-Lotse der Familienkasse prüft mit wenigen Angaben, ob ein Anspruch auf Kinderzuschlag möglich erscheint:
www.arbeitsagentur.de/ familie-und-kinder/kiz-lotse

Die Reform 2019/20

Mit dem Starke-Familien-Gesetz wurde der Kinderzuschlag neu gestaltet. Hier die wichtigsten Neuerungen auf einen Blick

Zum 01.07.2019

  • Der Höchstbetrag wurde auf 185 Euro pro Kind und Monat angehoben. Ab 2021 wird der Betrag – abhängig von der Entwicklung des Existenzminimums – angepasst.
  • Die Antragstellung wurde vereinfacht und der KiZ wird jeweils für sechs Monate bewilligt. Die Leistung wird für ein halbes Jahr gewährt. Monatliche Überprüfungen, z. B. von Einkommen und Wohnkosten, entfallen.
  • Das Kindeseinkommen wird weniger angerechnet und Alleinerziehende besser erreicht. Alleinerziehende hatten bisher oft keinen Anspruch auf den Kinderzuschlag, wenn sie Unterhalt oder Unterhaltsvorschuss erhielten – dieser wurde als Kindeseinkommen voll auf den KiZ angerechnet (100 Prozent). Jetzt wird nur noch ein Teil (45  Prozent) angerechnet.

Zum 01.01.2020

  • Das Einkommen der Eltern wird zu einem geringeren Teil angerechnet. Das Einkommen der Eltern, das über ihren eigenen Bedarf hinausgeht, wird nur noch zu 45 Prozent, statt wie bisher zu 50 Prozent, auf den KiZ angerechnet. Die Eltern können von ihrem selbst erwirtschafteten Einkommen also etwas mehr behalten.
  • Die obere Einkommensgrenze wird aufgehoben. Der Kinderzuschlag fällt somit nicht mehr schlagartig weg (sogenannte Abbruchkante), wenn das Einkommen eine bestimmte Höchstgrenze erreicht. Der Zuschlag verringert sich nach und nach, bis er ganz ausgelaufen ist. Die Familien werden damit so lange unterstützt, bis sie selbst genügend Einkommen erwirtschaften.
  • Mehr Familien haben Anspruch. Den neuen KiZ erhalten auch Familien, die den Weg zum Jobcenter scheuen, die ihnen zustehenden SGB II-Leistungen nicht beantragen und bisher in „verdeckter Armut“ leben. Fehlen den Eltern mit ihrem Erwerbseinkommen, dem KiZ und gegebenenfalls dem Wohngeld höchstens 100 Euro, um Hilfebedürftigkeit nach dem SGB II zu vermeiden, können sie alternativ den Kinderzuschlag und Wohngeld erhalten. Bisher blieb der KiZ diesen Familien verwehrt

Weitere Informationen

Das Wichtigste zum KiZ auf einen Blick: www.kinderzuschlag.de
Zuständige Familienkasse für den KiZ: www.arbeitsagentur.de (Familie und Kinder → Familienkasse → Dienststellensuche)
Die Formulare erhalten Sie vor Ort oder online: www.arbeitsagentur.de (Familie und Kinder)
„Schritt-für-Schritt“-Anleitung der Familienkasse: www.arbeitsagentur.de (Familie und Kinder → Kinderzuschlag
verstehen und beantragen → Kinderzuschlag beantragen)
Merkblatt zum KiZ: www.bmfsfj.de/bmfsfj/service/publikationen/ merkblatt-kinderzuschlag/73908


Servicetelefon der Familienkasse für Ihre Fragen: 0800 4555530 (gebührenfrei) Bitte halten Sie bei telefonischen Anfragen Ihre Kindergeldnummer bereit.

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