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Kinder und das Spiel mit dem Feuer!

Der Umgang mit Feuer kann verheerende Folgen haben. Kinder kennen diese Gefahren nicht. Eltern versuchen sie zu schützen, indem sie den Umgang mit Feuer rigoros verbieten. Aber was verboten ist, wird erst recht mit kindlicher Neugier oder Trotz ausprobiert und kann dann umso gefährlich werden.

 

Es ist nichts neues, dass Feuer auf Kinder eine besondere Anziehungskraft ausübt. Das ungleichmäßige Flackern der Flammen, die variierende Helligkeit und das knisternde Geräusch erzeugen Gefühle von Spannung und Abenteuer. Alles Dinge, die auch noch auf eine Vielzahl von Erwachsenen eine gewisse Anziehungskraft hat und auch Romantik auslöst.

 

Sommerzeit ist Grillzeit. Kinder empfinden oft schon die Stimmung beim Grillen als etwas Besonderes – die ganze Familie macht etwas gemeinsam, oft sind auch noch Freunde und Nachbarn dabei. Vor allem aber hat das Grillen selbst mit seinem offenen Feuer seinen Reiz. Allerdings kommt es durch unsachgemäßen Gebrauch alljährlich zu folgenschweren Brandverletzungen bei Kindern – vor allem wenn Spiritus verwendet wird, der gefährliche Verpuffungen mit meterhohen Flammen auslösen kann, sowie in unserem Fall von Michael F. (18)

Michael F.

Michael hatte letztes Jahr am 11.06 versucht mit Brennspiritus den Grill zu entzünden. Michael schrieb uns:

Ich hatte den Grill mit Spiritus angezündet und kurz danach hatte ich nochmal nachgekippt, beim rein kippen ist vom Grill bis zur Spiritusdose eine Flamme hoch, sodass die Dose explodiert ist, und auf mir der ganze Spiritus war und in diesem Moment gab es eine Stichflamme.
Somit hatte ich auch schon lichterloh gebrannt.

Michael hat durch den Unfall schwerste Verletzungen erlitten. Sein gesamter Körper wurde zu 67 % verbrannt und seine Überlebenschance war bei fast 0 %.

Darauf hin wurde er sofort in ein künstliches Koma versetzt und man versuchte ihm künstliche Haut zu verpflanzen. Da diese von seinem Körper nicht so angenommen wurde, wurde ihm auch noch Eigenhaut verpflanzt.

 

Michael leidet bis heute noch an den Folgen des Unfalls. Er möchte das wir diese Bilder zeigen damit andere nicht den gleichen Fehler machen wie er.

Deshalb wollen wir hier einige Tipps zum sicheren Grillen geben.

Im Prinzip ist sicheres Grillen einfach und beginnt bereits bei der Ausstattung:

  • Ein stabiler, kippsicher aufgestellter Grill und geeignetes Grillbesteck sind die Grundvoraussetzungen für sicheres Grillen.

  • Ein möglichst windgeschützter Platz verhindert Funkenflug. Außerdem sollte der Grill in sicherer Entfernung von brennbaren Materialien aufgestellt werden.

  • Zum Anzünden sollten niemals entflammbare Flüssigkeiten wie Spiritus oder Benzin, sondern immer nur Papier, Holz oder spezielle Festanzünder verwendet werden. 

  • Verzichten sie auf flüssige Grillanzünder. Hierdurch kam es in der Vergangenheit wiederholt zu schweren Vergiftungsunfällen bei Kindern.

  • Für den Fall, dass doch einmal Funken sprühen, empfiehlt es sich, schwer entflammbare Kleidung zu tragen, das heißt aus Naturfasern wie Baumwolle oder Leinen.

  • Verwenden Sie Grillschalen für das Grillgut, damit sich kein Fett entzünden kann.

  • Ein zur Sicherheit bereitgestellter Eimer mit Sand, ein Feuerlöscher oder eine Löschdecke leisten im Brandfall schnelle Hilfe. 

  • Bei brennendem Fett niemals Wasser zum Löschen verwenden (Gefahr einer Stichflamme!).  

Da die Glut unter der Asche noch bis zu zwölf Stunden so heiß sein kann, dass sie ernsthafte Verbrennungen verursachen kann, sollten Sie nach dem Grillen die Feuerstelle vollständig löschen und die Glut nicht auf den Boden kippen.

Nur gemeinsam in Grillnähe

Grundsätzlich sollte es Kindern nicht erlaubt werden, sich allein in Grillnähe aufzuhalten oder in unmittelbarer Nähe des Grills zu spielen.
Eine besondere Freude wird Ihr Kind sicherlich haben, wenn es Ihnen helfen darf: Ziehen Sie ihm einen Schutzhandschuh an und lassen Sie es gemeinsam mit Ihnen mit einer langen Zange die Grillwürstchen wenden. Es wird stolz sein, dass es das schon kann und darf – erst recht, wenn es anschließend die selbst gegrillten Würstchen an alle verteilen darf.

Noch ein paar Punkte:

Niemals Kleinkinder unbeaufsichtigt bei offenem Feuer/Licht zurücklassen.
Kinder unter 10 Jahren kein offenes Licht ohne Beaufsichtigung anvertrauen.
Kinder dürfen nicht zum Einkaufen von Streichhölzern und Feuerzeugen geschickt werden.
Streichhölzer und Feuerzeuge vor der Benutzung durch Kinder auf Beschädigung untersuchen.
Rauchmelder installieren, sie gehören in jeder Wohneinheit an die Flur- und Kinderzimmerdecken.
Mit Kindern ab dem Vorschulalter kann bereits der Notruf der Feuerwehr 112 eingeübt werden. Zum Wählen der Telefonnummer sind keine Zahlenkenntnisse notwendig. Den Kindern muss nur die entsprechenden Tasten gezeigt werden. Notfalls kann man auch farbige Markierungspunkte anbringen. Wichtig ist auch, dass Ihr Kind weiß, wo es wohnt, damit es die richtige Adresse durchgeben kann! Gleichzeitig ist aber auch darauf hinzuweisen, dass der Missbrauch der Notrufeinrichtungen verboten ist.

Ihr wollt Menschen wie Michael unterstützen? Das könnt ihr gerne mit einer Spende tun.

 

 


 

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