Kinderrechte

Die Kinderrechte auf einen Blick

Das Recht auf Gleichheit

Infos zu diesem Recht

Gleiches Recht für alle! Jedes Kind ist genau so viel wert wie das andere. Und alle Kinder haben die selben Rechte. Es spielt keine Rolle, aus welchem Land du stammst, welche Hautfarbe du hast, welchem Glauben du angehörst, welche Sprache du sprichst, ob du ein Mädchen oder ein Junge bist, zu einer Minderheit in deinem Land gehörst, ob du arm oder reich aufwächst. Auch wenn deine Eltern oder andere Erwachsene, auf die du angewiesen bist, etwas angestellt haben, hast du die vollen Rechte. Denn kein Kind darf für etwas bestraft oder benachteiligt werden, was seine Eltern oder andere Bezugspersonen verursacht haben.

Artikel

zum Recht auf Gleichheit
Artikel 2: Achtung der Kinderrechte; Diskriminierungsverbot
Artikel 30: Minderheitenschutz

Recht auf Gesundheit

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In vielen Ländern ist das Kinderrecht auf Gesundheit besonders wichtig, denn nicht überall wird für die Gesundheit der Kinder so gut gesorgt wie bei uns. Die Vereinten Nationen unternehmen deshalb besondere Anstrengungen, dieses Recht weltweit umzusetzen. In der Kinderrechtskonvention steht, dass jedes Kind ein Recht auf ärztliche Hilfe und Betreuung hat, wenn es krank oder verletzt ist. Durch gute Gesundheitsvorsorge sollen außerdem bestimmte Krankheiten verhindert werden, zum Beispiel durch bessere Nahrungsmittel, gutes Trinkwasser, saubere Toilettenanlagen oder Impfungen. Ist ein armes Land nicht in der Lage, diese Maßnahmen aus eigener Kraft zu bezahlen, sollen die reichen Länder helfen.
Jedes Kinder hat ein außerdem Recht darauf, dass seine Grundbedürfnisse erfüllt werden und dass es ohne Not aufwachsen kann. Das heißt, Eltern müssen dafür sorgen, dass ihre Töchter und Söhne ausreichend zu essen und zu trinken bekommen, Kleidung und ein Dach über dem Kopf haben und eine Ausbildung erhalten. Schaffen es die Eltern aus eigener Kraft nicht, ihrem Kind diese Grundbedürfnisse zu erfüllen, muss der Staat (das ist die Gemeinschaft aller Erwachsenen eines Landes) einspringen.
Auch in wohlhabenden Ländern kann das Kinderrecht auf Gesundheit gefährdet sein. So gibt es in Deutschland Kinder, die in Armut aufwachsen. Sie gehen weitaus seltener zum Arzt oder Zahnarzt und haben insgesamt größere gesundheitliche Probleme, haben Wissenschaftler herausgefunden.

Artikel zum Recht auf Gesundheit:

Artikel 24: Das Recht auf Gesundheit
Artikel 27: Das Recht auf Erfüllung der Grundbedürfnisse des Kindes
Artikel 33: Schutz vor Suchtstoffen

Recht auf Bildung

Infos zu diesem Recht

Stell dir vor, du darfst morgen nicht mehr zur Schule gehen, weil deine Eltern dafür kein Geld mehr haben. Statt dessen sollst du jeden Tag zehn Stunden hart arbeiten. Für viele Kinder in anderen Ländern ist das Alltag. … Damit alle Kinder eine Schule besuchen können und nicht während der Schulzeit arbeiten müssen, gibt es in Deutschland die Schulpflicht.
Du hast das Recht, eine Schule zu besuchen, zu lernen und eine Ausbildung zu machen, die deinen Bedürfnissen und Fähigkeiten entspricht. Es ist wichtig, dass du deine Talente entwickeln kannst und in der Schule gefördert wirst. Die Grundschule und auch die wichtigsten Schulbücher sind kostenlos, damit ärmere Kinder nicht benachteiligt werden. Auch weiterführende Schulen, wie zum Beispiel Realschulen, stehen allen Kindern offen.
Die Schule soll Spaß machen und nicht Angst verursachen. Deshalb darf der Lehrer, wenn er ein Kind bestraft, es nicht schlagen, quälen oder gemein behandeln.
Viele Fachleute sind der Ansicht, dass Bildung nicht nur Aufgabe der Schulen ist, sondern auch am Nachmittag und in der Freizeit stattfindet. Zum Beispiel in Musikschulen, Kinder-Kunst-Kursen, Theaterprojekten, Medienangeboten, Zirkusschulen oder bei anderen Gelegenheiten.

Artikel zum Recht auf Bildung:

Artikel 28: Recht auf Bildung, Schule, Berufsausbildung
Artikel 29: Bildungsziele; Bildungseinrichtungen

Recht auf elterliche Fürsorge

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Die Familie ist wichtig für deine Entwicklung und dafür, dass du dich wohl und geborgen fühlst. Deshalb genießen Eltern besonderen Schutz und haben ein Recht auf Unterstützung und Hilfe. Kindergärten, Schulen, Jugendtreffs und Horte sollen berufstätige Eltern bei der Betreuung ihrer Kinder entlasten und dazu beitragen, dass Kinder mit Gleichaltrigen aufwachsen können.
Beide Eltern sind gemeinsam für deine Erziehung verantwortlich. Doch was passiert, wenn sich die Eltern scheiden lassen und du von einem Elternteil getrennt lebst? Keine Sorge, es steht dir zu, regelmäßig persönlichen Kontakt zu deinem Vater und zu deiner Mutter zu haben. Dies gilt auch, wenn ein Elternteil in einem anderen Land wohnt.
Kritisch wird es, wenn sich Eltern nicht gut um ihr Kind kümmern. Werden Kinder vernachlässigt oder sogar misshandelt, haben sie ein Recht auf Hilfe. Das Jugendamt prüft, was für das Wohlergehen des Kindes am besten ist und befragt dazu auch das Kind selbst. Stellt sich heraus, dass es für ein Kind besser ist, wenn es von seinen Eltern getrennt wird, muss diese Entscheidung immer vom Familiengericht bestätigt werden. Wenn das Kind verunsichert ist oder sich nicht traut, seine eigene Meinung zu sagen, kann es einen Kinderanwalt zur Seite gestellt bekommen. Er vertritt ausschließlich die Interessen des Kindes.
Jedes Kind, das seine Familie verliert, von Mutter oder Vater verlassen wird oder es nicht mehr bei seinen Eltern aushält, hat Anspruch auf besonderen Schutz und Hilfe. Für dieses Kind muss ein Platz gefunden werden, an dem es sich wohl fühlt, und ein Erwachsener, bei dem es ohne Angst aufwachsen kann. Das können Verwandte sein, eine Pflegefamilie oder Adoptiveltern. Auch in Heim, ein Kinderdorf oder ein Jugendwohnheim können in Frage kommen. Das Kind darf seine Wünsche äußern, die auch berücksichtigt werden.

Artikel zum Recht auf elterliche Fürsorge

Artikel 5: Respektierung des Elternrechts
Artikel 9: Trennung von den Eltern; persönlicher Umgang
Artikel 18: Verantwortung für das Kindeswohl
Artikel 20: Von der Familie getrennt lebende Kinder, Pflegefamilie, Adoption

Recht auf Privatsphäre und persönliche Ehre

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Kinder haben das Recht, dass ihr Privatleben, ihre Würde und ihre persönliche Ehre geachtet werden. Schreibst du zum Beispiel ein Tagebuch, darf das niemals gegen deinen Willen gelesen oder daraus vorgelesen werden. Wenn du darum bittest, vor dem Betreten deines Zimmers anzuklopfen, müssen sich Kinder und Erwachsene daran halten. Niemand darf in deiner Post oder in irgendwelchen anderen persönlichen Sachen herumschnüffeln. Es gibt Dinge, die niemanden etwas angehen, außer dich selbst. Das müssen alle respektieren, weil Kinder ein Recht auf die eigene Privatsphäre haben. Trotzdem gibt es manchmal Situationen, in denen sich Eltern einmischen dürfen – oder sogar müssen! Denn sie haben die Aufgabe, ihre Kinder zu erziehen. Und zu beschützen.

Artikel zum Recht auf Privatsphäre und persönliche Ehre

Artikel 16: Schutz der Privatsphäre und Ehre

Recht auf Meinungsäußerung, Information und Gehör

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Deine Meinung zählt! Du hast das Recht, deine Gedanken, Wünsche und Bedürfnisse frei zu äußern. Deine Meinung muss bei allen Dingen, die dich betreffen, beachtet werden: zu Hause, in der Schule, bei Ämtern und vor Gericht. Kein Kind soll bestraft werden, wenn es seine eigene Meinung sagt. Das klingt zwar etwas merkwürdig, ist aber noch längst nicht überall eine Selbstverständlichkeit.
Ihr habt das Recht, euch auf Straßen oder Plätzen zu versammeln und dort gemeinsam mit anderen für eure Meinung und euren Willen einzutreten, zum Beispiel mit einem Informationsstand, einer Demonstration oder einer witzigen Aktion. Du hast das Recht, selbst Informationen weiter zu geben und deine Meinung zu verbreiten, solange sie anderen nicht schadet. Kinder dürfen auch Vereine oder Clubs gründen.
Jedes Kind hat ein Recht darauf, selbst zu entscheiden, welcher Religion es angehören will und woran es glaubt.
Alle Kinder haben das Recht, sich Informationen durch Fernseh- und Radioprogramme, Zeitungen und Bücher zu beschaffen. Doch was tun, wenn Nachrichten mit Fremdwörtern gespickt, Berichte in Schachtelsätzen verfasst und Kommentare ellenlang sind? Die Berichterstattung der Medien soll so gestaltet und aufbereitet sein, dass auch Kinder sie verstehen. In eigenen Nachrichtensendungen zum Beispiel.
Informationen dürfen nicht schädlich für Kinder sein: Mädchen und Jungen sollen vor Gewalt, Brutalität oder Schund- und Ekelfilmen geschützt werden. Auch im Internet.

Richtig wichtig! Alle Kinder sollen über ihre Rechte informiert werden!

Artikel zum Recht auf Meinungsäußerung, Information und Gehör

Artikel 12: Berücksichtigung des Kinderwillens
Artikel 13: Das Recht auf Meinungs- und Informationsfreiheit
Artikel 14: Gedanken-, Gewissens- und Religionsfreiheit
Artikel 15: Vereinigungs- und Versammlungsfreiheit
Artikel 17: Zugang zu den Medien; Kinder- und Jugendschutz
Artikel 42: Verpflichtung zur Bekanntmachung

Recht auf Schutz im Krieg und auf der Flucht

Infos zu diesem Recht

Kindern im Krieg und auf der Flucht geht es besonders schlecht. Deshalb räumt ihnen die UN-Kinderrechtskonvention besondere Schutzrechte ein. Muss ein Kind flüchten, gewähren alle Länder, deren Regierungen die UN-Kinderrechtskonvention unterschrieben haben, diesem Flüchtlingskind Schutz. Das Kind darf nicht in den Krieg zurückgeschickt werden. Das nennt man in der Fachsprache “Recht auf Asyl”. Ist ein Kind alleine aus seinem Heimatland geflohen, muss ihm geholfen werden – auch, wenn es seine Eltern nachholen will. Vater und Mutter dürfen ihr Kind ebenfalls nachholen, wenn sie zunächst allein geflüchtet und dann in Sicherheit sind. Ganz wichtig: Ein Kind, das flüchten musste, hat im neuen Land dieselben Rechte wie alle anderen Kinder auch.

Kein Kind darf gezwungen werden, als Kindersoldat im Krieg oder in einem Bürgerkrieg mitzumachen, wenn es jünger als 15 Jahre ist. Und kein Kind unter 15 Jahren darf als Soldat zum Militärdienst eingezogen werden. Sollte es in einem Land zu einem Krieg oder Bürgerkrieg kommen, ist es durch seine Unterschrift unter die UN-Kinderrechtskonvention verpflichtet, die Kinder besonders zu schützen und ihnen zu helfen.

Artikel zum Recht auf Schutz im Krieg und auf der Flucht

Artikel 10: Familienzusammenführung, grenzüberschreitende Kontakte
Artikel 22: Flüchtlingskinder
Artikel 38: Schutz bei bewaffneten Konflikten; Erziehung zu den Streitkräften

Recht auf Schutz vor Ausbeutung und Gewalt

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Jede Gewalt gegen Kinder ist verboten. Keiner darf Kinder schlagen, einsperren, massiv unter Druck setzen oder zu etwas zwingen, wovor sie sich fürchten oder ekeln. Sollten Kinder trotzdem Opfer von Gewalt werden, sind alle Länder, die die UN-Kinderrechtskonvention unterschrieben haben, verpflichtet, diese Kinder fürsorglich zu behandeln und ihnen zu helfen.
Niemand darf Kinder ausbeuten. Das bedeutet, dass man weder die Gesundheit eines Kindes ausbeuten darf, noch seine Notlage, seine Arbeitskraft oder gar seinen Körper. Kinderarbeit ist verboten, insbesondere, wenn sie gesundheitsschädlich ist. In vielen Ländern beschränken Gesetze die Anzahl der Stunden, die Kinder arbeiten dürfen. Meistens ist festgelegt, ab welchem Alter Kinder Jobs annehmen können. Warum? Kinder haben schon eine wichtige Arbeit: die Schularbeit – und die hat immer Vorrang! Kinder dürfen niemals verkauft oder gekauft, entführt oder gegen ihren Willen ins Ausland verschleppt werden. Kein Kind – egal, was es verbrochen hat – darf gefoltert, zu lebenslanger Haft oder gar zur Todesstrafe verurteilt werden. Ab dem 14. Lebensjahr bist du zwar für deine Straftaten in Deutschland verantwortlich – doch das muss auf menschenwürdige Weise und nach den Gesetzen geschehen!

Artikel zum Recht auf Schutz vor Ausbeutung und Gewalt:

Artikel 11: Rechtswidrige Verbindung von Kindern ins Ausland
Artikel 19: Schutz vor Gewaltanwendung, Misshandlung, Verwahrlosung
Artikel 32: Schutz vor wirtschaftlicher Ausbeutung
Artikel 34: Schutz vor sexuellem Missbrauch
Artikel 35: Maßnahmen gegen Entführung und Kinderhandel
Artikel 36: Schutz vor sonstiger Ausbeutung
Artikel 37: Verbot der Folter, der Todesstrafe, lebenslanger Freiheitsstrafe, Rechtsbeistandschaft
Artikel 39: Genesung und Wiedereingliederung geschädigter Kinder
Artikel 40: Behandlung des Kindes in Strafrecht und Strafverfahren

Recht auf Spiel, Freizeit und Ruhe

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Jedes Kind hat ein Recht auf Spiel, Freizeit und Erholung. In deiner freien Zeit sollst du die Dinge tun, die dir Freude machen. Worauf hast du am meisten Lust? Musik zu machen, zu tanzen, zu lesen, Sport zu treiben, zu malen, Theater zu spielen oder ins Theater zu gehen, Kinofilme zu schauen, Konzerte zu besuchen, mit Freunden ratschen oder einfach nur auf einer grünen Wiese zu liegen und zu träumen? Zum Spielen brauchst du nicht unbedingt Spielzeug, aber ausreichend Spiel- und Freizeit und einen Ort, an dem du alleine bist oder dich mit deinen Freunden treffen kannst.

Für viele Kinder dieser Erde ist das Recht auf Spiel, Freizeit und Ruhe nicht selbstverständlich: Sie müssen arbeiten, damit ihre Familien überleben können.

Artikel zum Recht auf Spiel, Freizeit und Ruhe

Artikel 31: Beteiligung an Freizeit, kulturellem und künstlerischem Leben; staatliche Förderung

Recht auf Betreuung bei Behinderung

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Jedes Kind hat das Recht auf ein gutes Leben. Deshalb sind sich alle Länder, die die UN-Kinderrechtskonvention unterzeichnet haben, einig, dass Kinder mit Behinderungen dieselben Rechte haben wie andere Kinder. Sie brauchen manchmal besondere Pflege, Zuwendung und Förderung, damit sie aktiv am Leben teilnehmen können. Behinderte, schwer kranke oder verletzte Kinder sollen möglichst viele Möglichkeiten und Angebote zur Unterstützung bekommen, damit sie eine faire Chance haben.

Artikel zum Recht auf Betreuung bei Behinderung

Artikel 23: Förderung behinderter Kinder

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