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Weihnachten in Irland.

Etwas unheimliches und mysterioeses geschah in der Nacht vom 31. Oktober auf den 1. November hier in Irland. Ich meine nicht die Kinder, die verkleidet die Nachbarschaft unsicher machen und mit Trick or Treat auf Suessigkeiten hofften. Nein, das gespenstige ereignete sich in den Geschaeften und Einkaufszentren. Die fliegenden Hexen wurden durch Engelsfiguren ersetzt, die entstellten Zombies machten Platz fuer knudellige Schneemaenner und die klapperduerren Skelette wichen fuer lachende, maennliche Figuren mit weissem Bart, roten Mantel und roter Muetze. Happy Christmas anstatt Happy Halloween. Weihnachten kam sehr zeitig. Vielleicht sollte man den Adventskalender um einege Tage erweitern? Man moechte die Leute in den USA beneiden, dort wird jedes Jahr am vierten Donnerstag im November „Thanksgiving“ gefeiert. Erst danach wird es dort weihnachtlich.

Unsere Tochter ist jetzt immer ganz aufgeregt, wenn wir einkaufen gehen. „Schau, da ist Santa“ ruft sie aus, „Und dort die Elfen“. Die Stimme voller freudiger Erwartung und die Augen gross aufgerissen. Es ist schon erstaunlich wie Kinder einen veraendern. Die Entwicklung vom Weihnachtsmuffel, hin zum Weihnachtsfan ist perfekt. Um auch etwas Tradition aus der alten Heimat einzufuehren, habe ich mich dazu entschlossen Plaetzchen zu backen. Meine Eltern trauten ihren Ohren wohl nicht, als ich nach Rezepten fragte. Noch nie war ich so dankbar fuer Skype, als bei meinem ersten Versuch den Teig zu kneten. Ein kurzer Blick in die Schuessel via der Kamera und mein Vater, der gelernter Baecker ist, konnte mir weiterhelfen. Auch die Kinder hatten ihren Spass mit dem ausstechen und dem Mehl. Weihnachtsgebaeck ist hier weniger bekannt.

Es gibt einige Unterschiede wie in Irland Weihnachten gefeiert wird, als in Deutschland.

Der wohl wichtigste ist, dass die Bescherung um morgen des 25. Dezembers geschiet, da Santa Clause ueber nacht die Geschenke bringt. Zur Staerkung erhaelt er auch ein Glas Mich, Kekse und Karotten fuer die Rentiere. In manchen Haushalten wird anstatt der Milch ein Glas Whiskey hingestellt, damit sich der gute Mann von innen aufwaermen kann. Es ist schon etwas zugig auf den Schlitten.

Bei uns gibt es einen kleinen Kompromis. Die Kinder duerfen die Geschenke von Oma und Opa bereits am Heiligen Abend aufmachen. Natuerlich hat diese das Christkind gebracht. Zu diesem Ereignis werden die Grosseltern per Videolink hinzugeschalten. Es fehlt nur noch die Eurovisionshymne und die europaeische Koproduktion ist perfekt.

Kulinarisch gibt es hier in Irland am 1. Weihnachtsfeiertag auch Gefluegel. Traditionell Truthan mit Kartoffeln, Gemuese, Kroketten, Schinken, Kohl und Sosse. Ich vermisse dann immer meine Eltern, die Gans und die Kloesse.

Nach dem Essen und dem Nachtisch wird es gemuetlich, man legt sich auf die Couch, entspannt sich, schaut Fernsehen, oder spielt mit den Geschenken. Am zweiten Weihnachtsfeiertag gibt es meist das Festmahl des vorherigen Tages aufgewaermt und man entspannt sich wieder auf der Couch, oder geht spaeter in den Pub.

Fuer naechstes Jahr habe ich bereits gelernt, wenn die Kuerbise ausgehoelt werden und mit Gesichtern geschmueckt werden, ist es ebenfalls Zeit die Weihnachtsdekoration zu suchen.

(Geschrieben von, Manuel Baier)

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