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Verliebt, Verlobt, Verheiratet, Getrennt, Geschieden…

Verliebt, Verlobt, Verheiratet, Getrennt, Geschieden…

Direkt nach einer Trennung steht wahrscheinlich die Frage ganz oben, wer in der gemeinsamen Wohnung oder dem Haus bleibt und wer die Koffer packt.

Eine Geschichte die man zu tausenden jedes Jahr hört oder selbst erleben muss. Erst die große heile Welt und dann der große Krieg.

Was nun?

Gerade wer in einer Ehe finanziell vom Partner abhängig war, sollte möglichst die Unterlagen über gemeinsames Vermögen, über Einkünfte beider Parteien und über eventuelle Bausparverträge oder Aktienfonds sichern. Denn ohne Belege ist es später schwierig, die Vermögenswerte der Ehe nachzuweisen. So kann besonders der besser verdienende Partner Geld unbemerkt beiseiteschaffen. Wichtig sind etwa die Gehaltsabrechnungen und Steuererklärungen, Darlehensverträge, Grundbuchauszüge, Auszüge von Depots und Konten, sowie Lebensversicherungen.
Neben den finanziellen und rechtlichen Fragen steht natürlich auch der Schmerz. Der sollte nicht vergessen werden. Eine Trennung muss auch emotional verarbeitet werden. So will man die Trennung am Anfang oftmals nicht wahrhaben, kann nicht fassen, dass der Partner gegangen ist und nicht wiederkommt. Allerdings sollte man sich schnell darüber im Klaren sein, dass die meisten Trennungen endgültig sind. Viele Menschen fühlen sich dann einsam, verkriechen sich zuhause und trauern. Trauer ist natürlich wichtig, normal und vollkommen in Ordnung. Aber es ist auch wichtig, sich nicht mit Selbstzweifeln zu überhäufen und sich alleine einzuschließen. Nach einer Trennung sollte man die Nähe zu Freunden und der Familie suchen, um sich nicht einsam zu fühlen. Gespräche können helfen oder auch erstmal schlichte Ablenkung sein. Einige Menschen entdecken nach einer Trennung auch ihre sportliche Seite und geht ins Fitnessstudio, um sich körperlich zu verausgaben. Das kann einem auch helfen, sich nach einer Trennung wieder besser zu fühlen und es ist gut, weil man etwas für sich selbst tut.

Was passiert mit den Kindern?

Gemeinsame Kinder können eine Trennung komplizierter machen. Denn den Eltern muss klar sein: Sie sind kein Paar mehr, aber sie werden immer ein Elternpaar bleiben. Ein vollständiger Kontaktabbruch ist da nicht sinnvoll, zum Wohle der Kinder. Zunächst muss geklärt werden, bei wem die Kinder leben. Auch Unterhaltsfragen spielen eine Rolle bei den Absprachen. Dafür gibt es gesetzliche Vorgaben. Es sollte aber möglichst kein Porzellan zerschlagen werden, denn man wird immer Kontakt halten müssen. Es gilt, Besuchstermine abzusprechen. Klassenfahrten und Urlaube im Ausland und selbst der Führerschein bedürfen bei minderjährigen Kindern der Zustimmung beider Elternteile, sofern beide das Sorgerecht haben. Selbst wenn nur ein Elternteil das Sorgerecht hat, sollte dieser immer bedenken: Kinder lieben und brauchen Mutter und Vater. Solange ein Kind diese Entscheidung nicht selbst trifft, sollte man ihm den Kontakt zu dem Ex-Partner nicht untersagen. Ebenso wenig Kontakte zu Oma und Opa oder irgendwann zur neuen Freundin vom Vater. Emotionen wie Wut und Hass für den Ex-Partner sollten keinesfalls bei den Kindern abgeladen werden.
So schwer es fällt: Für Kinder sollte sich nach einer Trennung möglichst wenig ändern. Guter Kontakt zu beiden Elternteilen, keine bösen Worte über den Ex, ein stabiles Zuhause. Gemeinsame Kinder können so aber auch helfen, die Trennung vernünftig anzugehen und entsprechend zu verarbeiten. Zumindest sollten sie ein Anreiz für einen pragmatischen und fairen Umgang der Ex-Partner miteinander sein, wenigstens in Gegenwart der Kinder.

Wir können ja Freunde bleiben?

Es ist ein abgedroschener Satz, den viele von ihrem Partner hören. Er oder sie sagt ihn oftmals kurz nach dem Satz, der das bisherige Leben zerstört: „Lass uns Freunde bleiben“, folgt direkt auf „Ich trenne mich von dir“. Aber klappt das überhaupt? Das ist von Mensch zu Mensch verschieden und hängt sicherlich auch damit zusammen, wie man sich trennt.

Gerade wer gemeinsame Kinder hat, der glaubt vielleicht, dass eine Freundschaft der Eltern es für alle Seiten leichter machen kann und lässt sich darauf ein. Doch auch Eltern müssen nach einer Trennung keine Freunde mehr sein. Eine vernünftige Basis mit klaren Absprachen, mit Respekt und Zuverlässigkeit, reichen aus, um gemeinsam für die Kinder da zu sein.

Der Zoff zwischen Vätern und Müttern um Sorge- und Umgangsrecht oder um den Unterhalt hinterlässt Spuren – vor allem bei den Kindern. Jeder Konflikt zwischen Eltern belastet ein Kind zumal Kinder unglaubliche Antennen haben. Der Streit zwischen Eltern stürzt Kinder in einen inneren Konflikt, sie sind hin und hergerissen zwischen Mutter und Vater. Meist verhalten sich Kinder dann loyal gegenüber dem Elternteil, bei dem sie wohnen.

Wenn Eltern streiten, wer das Kind wann und wie lange sehen darf, sind sie meist noch als streitendes Ehepaar unterwegs und nicht als sorgende Eltern.

Das Ende einer Beziehung ist nicht das Ende des Lebens, sondern nur das Ende eines Lebensabschnitts. So kann neues kommen, vielleicht auch schöneres.

Ein Zitat von Lao-Tse:

“Was die Raupe ,Ende der Welt‘ nennt, nennt die Welt ‚Schmetterling‘

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