Allgemein Eine Mama schreibt...

Eine Mutter schreibt: Mein Kind weint und will zu Papa!

Hallo zusammen,

heute schreibe ich Euch und hätte gerne ein paar Tipps für folgenden Fall:

Ich habe nach reifer Überlegung meinen Freund vor 4 Monaten verlassen. Wir haben eine gemeinsame 4-jährige Tochter. Ich wollte lange nicht gehen, um ihr nicht weh zu tun. Und irgendwann habe ich doch meinen Mut zusammengenommen und habe eine Wohnung gefunden in derselben Stadt. Seit August wohnt also unsere Tochter 2/3 bei mir, 1/3 bei meinem Ex-Freund. Ihr Papa ist ihr sehr wichtig. Wie für alle Mädchen, sie ist ein richtiges Papakind. Sie hängt auch sehr an mir, und da er Vollzeit arbeitet, und ich Teilzeit, haben wir uns gemeinsam für diesen Umgang entschieden.

Wir haben die Trennung progressiv vollbracht, der kleinen Maus haben wir es mit einfachen Worten erklärt, ich habe sie nach und nach in die neue Wohnung eingeführt. Wir können beide gut wie Erwachsene umgehen und lasse an der Maus nichts von unserer Anspannung aus. Sie spürt bestimmt etwas Anspannung zwischen uns. Er wollte halt nicht, dass ich ihn verlasse und er kann das nicht akzeptieren. Aber im Groben und Ganzen ist es “gut gelaufen”. Die Maus hat geweint am Anfang. Ich habe ihr zugehört, mit ihr ein bisschen gesprochen. Wir haben ihr erklärt, dass Papa und Mama nicht mehr zusammen wohnen, weil wir uns gezankt haben. Aber, dass es nichts mit ihr zu tun hätte, dass wir sie lieben. Sie ist 4 wie gesagt.

Nun hatten wir auch einen Rhythmus gefunden.

Aber die letzten Tage waren schlimm. Mir ging’s nicht gut. Ich habe mich entschieden, zu gehen, aber als Scheidungskind habe ich enorme Schwierigkeiten “das meinem Kind anzutun”. Ich weiß, die Trennung ist noch ganz frisch, aber es ist noch sehr schmerzhaft. Ich bin nicht für einen anderen Mann gegangen. Sondern, weil ich meinen Freund schon lange nicht mehr liebte. Und weil ich mich nicht mehr mochte.

Und nun zu meiner Frage:

Unsere Tochter war vor kurzem 5 Tage am Stück bei ihrem Papa. Für die Ferien haben wir es 50/50 gemacht. Seit sie hier zurück ist, weint sie heftig nach ihrem Papa. Man muss dazu sagen, dass wir einmal zusammen essen waren. Und dass es vielleicht noch zu früh für sie war. Wieder Mama und Papa an einem Tisch zu sehen, war bestimmt schwer. Bis jetzt hatten wir Abstand gelassen und das werden wir jetzt wieder tun. Es passte halt nur, dass wir alle 3 mit anderen Bekannten für ein Mittagessen zusammen gegessen haben.

Sie weint nun jeden Abend heftig und schreit: ich will zu Papa! Sie ist dabei sehr unglücklich.

Mir ist bewusst, dass der Alltag nun nach den Ferien wieder kommen wird, und dass wir unseren Rhythmus wieder finden werden. Aber wie geht Ihr in diesen Momenten mit Eurem Kind um?

Bis jetzt habe ich sie immer getröstet und gesagt: Ich verstehe Dich, Du bist traurig, ich bin auch traurig über die Situation, weine ruhig mein Schatz, Papa und Mama haben Dich sehr lieb und werden immer für Dich da sein usw.

Sie hatte dann wie gesagt ein paar Wochen nicht mehr geweint. Überhaupt hat sie am Anfang nicht viel geweint.

Jetzt ist es seit 3 Tagen schlimm.

Es liegt vielleicht an den 5 Tagen bei Papa (Ihr Papa ist super mit ihr, er bietet ihr viel, unternimmt viel mit ihr, sehr viel, und kann sie super auffangen), er wohnt auch noch in unserer alten Wohnung, wo sie geboren wurde. Es liegt vielleicht auch an diesem gemeinsamen Mittagessen, was vielleicht ein Fehler war, zu früh, und wo sie dann bemerkt hat, es ist wunderschön, zu 3 zu sein. Jedes mal, wenn sie so nach dem Papa ruft, bricht es mir das Herz. Ich möchte mein Kind nicht so unglücklich sehen. Ich weiß, ich muss das Akzeptieren, aber es tut so weh.

An dem Abend nach dem gemeinsamen Mittagessen war sie bei mir. Und da hat sie so viel geweint, als es hieß, sie soll ins Bett, dass ich zum 1. Mal meinen Ex angerufen habe. Er ist vorbeigekommen und hat gewartet, bis sie eingeschlafen war. Bestimmt war das auch ein Fehler.

Heute hat sie nochmal geweint und nach dem Papa gefragt, abends, also wieder wenn sie müde wurde. Zum 1. Mal habe ich ihr eher bestimmt geantwortet. Ich habe sie schon getröstet wie immer, aber ich habe ihr gesagt, dass es nicht ginge, dass Papa sie jetzt abholt. Und dass sie es leider nicht mit ihren 4 Jahren entscheiden kann. Natürlich habe ich es lieb gesagt. Ich denke, ich kann nicht jedes mal darauf angehen, und ihren Papa anrufen. Ansonsten werde ich es nicht schaffen. Das würde mir einfach zu sehr weh tun.

Ich komme mir vor wie eine herzlose Mutter, weil ich ihr gesagt habe, sie kann jetzt nicht Papa sofort sehen. Ich habe ihr erklärt, wann sie ihn sehen wird (in 2 Tagen).

Hat jemand Erfahrung damit? Wie geht Ihr in solchen Momenten um?

Ich danke Euch!

Ein Buchtipp zum Thema:

Was Kinder nach der Trennung brauchen.

No Comments Found

Leave a Reply

%d Bloggern gefällt das:
Zur Werkzeugleiste springen