Erziehung

Dürfen Eltern ihre Kinder schlagen?

Das Verhalten des Vaters beeinflusst das Leben einer Frau für immer

Dürfen Eltern ihre Kinder schlagen?

 

Dieses Thema wurde erst kürzlich heftig bei uns in der Papa-Gruppe diskutiert.

Das erinnert mich an meine Kindheit, wo es auch immer geheißen hat, dass eine “gesunde Watschen” noch niemandem geschadet hat! Speziell mein Vater hatte diese Ansicht! Als Kind habe ich mir auch oft gedacht, dass ich es verdient hätte!

Schlussendlich bin ich aber heute der Meinung, dass es absolut gar nichts bringt, sein Kind zu ohrfeigen. Der einzige “Erfolg” war, dass ich in der Schule immer ein ziemlicher Raufbold war, weil ich mir von gleichaltrigen absolut nichts gefallen lassen habe! Gegen meinen Vater konnte ich mich aber klarer weise nicht wehren, als ich noch klein war! So gesehen ist es wahrlich ein Armutszeugnis, auf jemand hinzuhauen, der sich nicht wehren kann!

Und von Respekt konnte rückblickend zu keinem Zeitpunkt die Rede sein, sondern es war nur pure Angst und ein stets gespanntes Verhältnis speziell zu meinem Vater! Das fing schon an, wenn ich mal eine schlechte Note hatte oder mal wieder im Mitteilungsheft etwas Unschönes stand, dann über Stunden der Haussegen schief hing.

Ihr könnt es nennen wie ihr wollt – “Watsche”, “Klaps”, was auch immer – es mag vielleicht harmloser klingen, aber letztendlich ist es doch dasselbe: nämlich eine Körperstrafe, eine Misshandlung.

Im ersten Moment mag elterliche Gewalt zum Gehorsam führen, doch im Nachhinein führt sie zu Verhaltensweisen wie geistiger Aggression und enormer Verschlechterung der Eltern-Kind-Beziehung.

Die Botschaft, die ihr eurem Kind mit dieser Form der Erziehung mit auf den Weg gebt ist letztendlich nichts anderes als: Wenn alle Stränge reißen, mach Ichs halt mit Gewalt. Hat bei Mama und Papa damals ja auch geklappt!

Eindeutig haben Eltern kein Recht Kinder zu schlagen. Auch die Differenzierung ein Klaps auf den PO, oder eine Ohrfeige sind kein Schlagen trifft nicht zu! Es ist gesetzlich festgelegt das jegliche Maßnahmen dieser Art den Eltern verboten sind.

Gesetzliche Regelung:

Am 2.11.2000 wurde das »Gesetz zur Ächtung der Gewalt in der Erziehung und zur Änderung des Kindesunterhaltsrechts« (BGBl. I, S. 1479) verabschiedet. Sein die Ächtung der Gewalt in der Erziehung betreffender Teil trat am 8. November 2000 in Kraft und hat § 1631 Abs. 2 BGB wie folgt gefasst:
»Kinder haben ein Recht auf gewaltfreie Erziehung. Körperliche Bestrafungen, seelische Verletzungen und andere entwürdigende Maßnahmen sind unzulässig.« In § 16 Abs. 1 Satz 3 StGB VIII wurden die Angebote der Jugendhilfe zur allgemeinen Förderung der Erziehung in der Familie um folgende Aufgabe erweitert: »Sie sollen auch Wege aufzeigen, wie Konfliktsituationen in der Familie gewaltfrei gelöst werden können.«
Zielsetzung der gesetzlichen Neuregelung ist es, nicht nur die Gewalt in der Erziehung zu ächten, sondern zugleich Eltern (und anderen Personensorge-Inhabern) Wege zur gewaltfreien Erziehung aufzuzeigen und sie dabei zu begleiten.

Eine Buchempfehlung: Das Trotzkopfalter: Der Ratgeber für Eltern von 2- bis 6-jährigen Kindern.  

Abschließend noch ein Zitat von Astrid Lindgren:

“Immer noch gibt es viele Mütter und Väter auf der Welt, die ihre Kinder schlagen und glauben, das sei gut.
Sie meinen, Kinder würden artig und gehorsam durch die Schläge. Aber statt dessen werden sie zu solchen Menschen, die gerne selber andere schlagen und weitermachen damit, wenn sie groß sind. Denn wie sollte einer, der sich als Kind an die Gewalt gewöhnt hat, zu einem friedlichen Menschen heranwachsen?
Und wie soll es Frieden geben in der Welt, wenn es keine friedfertigen Menschen gibt? Zu Hause, in den Wohnungen, da muss der Friede beginnen.”

Astrid Lindgren

 

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