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Die Vater-Tochter-Beziehung

Die Vater-Tochter-Beziehung

Für die Tochter bedeutet der Vater die erste Beziehung zum anderen Geschlecht. Er ist der erste Mann in ihrem Leben. Der Vater lebt seiner Tochter vor, was sie später von einer Partnerschaft erwarten kann. „Ein Vater kann einem Mädchen das Selbstvertrauen geben, positiv auf Männer zu wirken“, sagt die Psychologin Claudia Clasen-Holzberg. Er reagiert anders als die Mutter, wenn es Freude oder Ärger gibt. Dieses andersartige Verhalten kann keine Mutter ersetzen. Töchter, die ein gutes Verhältnis zu ihrem Vater haben, trauen sich in der Regel mehr zu und sind in der Schule erfolgreicher, besonders in Mathematik und Naturwissenschaften. Später in der Pubertät kann die Tochter ihr weibliches Selbstbild durch den Vater bestätigt sehen und sich mit ihm identifizieren. Nur so ist es ihr möglich, ein positives Männerbild zu entwickeln. Vaterlos aufgewachsene Frauen fühlen sich hingegen instinktiv unwohl in der Gegenwart von Männern, wie die Psychologin Rose Merlino Perkins herausgefunden hat. Ein Stiefvater ist übrigens kein Ersatz für den leiblichen Vater. Er beschleunigt laut Perkins die sexuelle Reifung, was das Risiko erhöht, später an Brustkrebs oder Depressionen zu erkranken.

Nur rosig ist die Vater-Tochter-Beziehung allerdings nicht. „In der Pubertät haben Väter ein Problem, weil sie nicht die Informationsquelle für Emotionales sind“, sagt der Familienforscher Wassilos Fthenakis. Und weil Vater und Tochter neben dem Altersunterschied auch die andere Gefühlskultur trennt, „sprechen Töchter und Väter nicht exakt die gleiche Sprache“, sagt der Psychoanalytiker Alain Braconnier. Eine gewisse Distanz zwischen beiden würde also immer bleiben.

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