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Die Vater-Sohn-Beziehung

Die Vater-Sohn-Beziehung

Für den Sohn ist der Vater das erste Vorbild für das zu entwickelnde Rollenverständnis. In der Pubertät findet ein Sohn nur über seinen Vater zu seiner eigenen männlichen Identität. Bis zu diesem Zeitpunkt lernen Söhne auch besonders gut und gern von ihren Vätern. Zuvor hat der Vater dem Sohn geholfen, sich aus der Symbiose mit der Mutter zu lösen und sich als ein eigenständiges Wesen zu begreifen. Söhne bevorzugen den Vater als Spielkameraden, weil er im Vergleich zur Mutter die wilderen Spiele spielt und ihr natürliches Bedürfnis nach Nervenkitzel eher befriedigt. Ist der Vater dagegen im frühen Kindesalter wenig präsent, haben die Söhne später eher Probleme im Beruf und in der Ehe oder neigen gar zu kriminellem Verhalten, wie Untersuchungen bestätigen. Das Risiko, süchtig zu werden, verdoppelt sich, wenn der Vater selbst Alkoholiker war.

Die Pubertät stellt im Allgemeinen einen großen Wendepunkt in der Vater-Sohn-Beziehung dar: Bis zur Pubertät sind die Söhne besonders gern Schüler ihrer Väter, der Vater ist akzeptiertes und benötigtes Vorbild. Dann suchen sich die Söhne oft andere Vorbilder, manchmal gar genaue Gegenbilder zu ihrem Vater. Das von dem Vater vorgelebte Gesellschaftsbild wird infrage gestellt und durch eigene Ideale ersetzt. Einige Väter versuchen dann, ihren Willen dennoch durchzusetzen, andere ziehen sich gänzlich zurück – meist eine schwierige Zeit. In jedem Fall beeinflusst der Vater den Sohn in seiner späteren Rolle als Vater, wie der Psychologe Wassilios Fthenakis untersucht hat. Der junge Vater versucht die Fehler des eigenen Vaters zu kompensieren. War der eigene Vater jedoch abwesend oder schwach, hat er häufig Schwierigkeiten, sich in Beruf und Familie durchzusetzen.

Vater-Tochter-Beziehung folgt…

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