Allgemein

Bestrafung von Kindern – Aber wie?

Wie sollte man Kinder richtig bestrafen?

Kind wird bestraft

Kinder zu erziehen ist alles andere als leicht. Zwar sind die lieben Kleinen von Natur aus mit einem Paar Ohren ausgestattet – dennoch haben eigentlich alle Eltern hin und wieder das Gefühl, dass gerade dieser Teil des Körpers fehlt. Der Nachwuchs hört einfach nicht auf das, was wir ihm sagen und verzapft dazu noch jede Menge Unsinn. Klar, Kinder sind Kinder und verhalten sich auch dementsprechend. Doch als Eltern haben wir die Aufgabe, Grenzen zu setzen und allzu störendes Verhalten einzudämmen.

Früher waren körperliche Bestrafungen für ungehorsame Kinder an der Tagesordnung. Mit Rohrstock oder Gürtel gab es Prügel und Schläge – in der Hoffnung, dass der Nachwuchs so begreift, dass sein Verhalten alles andere als erwünscht ist. Heute wird nicht mehr so hart bestraft – aber eine Ohrfeige können sich viele Eltern dennoch manchmal nicht verkneifen. Laut Gesetzt ist es verboten, Kindern körperlich wie auch psychisch Schaden zuzufügen. Der Schlag ins Gesicht ist hier gleichzusetzen mit einer seelischer Bestrafung wie beispielsweise ignorieren oder Beschimpfen/Beleidigen des Nachwuchses.

Hat das Kind nun etwas “ausgefressen”, so heißt es zuerst einmal einen klaren Kopf bewahren.

Wer unüberlegt handelt, der reagiert oft über und findet nicht das richtige Maß an Bestrafung. Wobei es ratsam ist, von einer reinen Bestrafung generell erst einmal abzusehen und stattdessen als Erziehungsmethode eher die logische Konsequenz anzuwenden. Unser Ziel sollte es nicht sein, dem Nachwuchs mit einer Bestrafung eines auszuwischen, sondern viel eher, ihm die Folgen seines Handelns zu verdeutlichen. In den meisten Fällen finden Eltern eine Konsequenz, die wirklich mit der Situation an sich in Verbindung steht. Ein Beispiel: war das Kind der Meinung, es muss im Wohnzimmer seinen neuen Fußball ausprobieren und landete einen Treffer genau auf die Bodenvase (welche daraufhin in viele Einzelteile zerbrach), so könnte die Konsequenz daraus sein, dass sich das Kind an der Neuanschaffung finanziell beteiligt. Ihm wird sicher das Herz bluten, wenn es sein mühsam gespartes Taschengeld für eine neue Bodenvase hergeben muss. Hier handelt es sich um einen klassischen Fall von logischer Konsequenz. Die Eltern könnten aber auch anders reagieren und beispielsweise ihrem kleinen Fußballspieler für eine Woche das Fernsehen streichen. Sicher, der Sohnemann wird sich auch darüber ärgern – aber vielmehr nicht. Nun raten Sie mal, welche Art der “Bestrafung” pädagogisch sinnvoller ist!
Doch es gibt auch Situationen, in denen lässt sich partout keine logische Konsequenz finden. Dann ist eine reine Bestrafung in Erwägung zu ziehen. Wie eingangs bereits erwähnt sind körperliche Züchtigungen und psychischer Druck tabu. Die Bestrafung sollte im Verhältnis zur “Tat” stehen und dem Alter des Kindes angepasst werden. Zudem ist es wichtig, die Strafe unmittelbar erfolgen zu lassen, so dass das Kind darin einen Zusammenhang zu seinem schlechten Verhalten sehen kann. “Eine Woche Hausarrest” zum Beispiel ist besonders für ein kleineres Kind eine schier unübersehbare Zeitspanne. Aber ein Abend ohne die Lieblingsserie im Fernsehen wird es eher nachvollziehen können. Prinzipiell gilt: sprechen Sie nur die Bestrafungen aus, welche Sie auch wirklich einhalten können. Und dann ziehen Sie diese auch konsequent durch.

Ganz wichtig: als Eltern sollten wir klar und deutlich zwischen dem Fehlverhalten des Nachwuchses und dem Kind selbst unterscheiden. Machen Sie deutlich, dass Sie Ihr Kind lieb haben, aber sein Verhalten in keinster Weise dulden können. Auch wenn das für manche Leser als Wortklauberei gehalten werden könnte: hier liegt ein großer Unterschied. Nicht selten leiden Erwachsene unter Minderwertigkeitsgefühlen und psychischen Störungen, da sie in ihrer Kindheit immer wieder “klein” gemacht und als Mensch selbst abgewertet wurden.
Sehen Sie die reine Bestrafung wirklich als letzte Möglichkeit der Erziehung und gehen Sie sensibel mit diesem Thema um.

No Comments Found

Leave a Reply

%d Bloggern gefällt das:
Zur Werkzeugleiste springen