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Ab wann sind Väter wichtig für ihre Kinder und wieviel Zeit sollten Väter mit ihren Kindern verbringen?

Ab wann sind Väter wichtig für ihre Kinder und wieviel Zeit sollten Väter mit ihren Kindern verbringen?

Der Vater ist von Anfang an wichtig. Man weiß heute, daß Kinder parallel zur Mutter auch eine Beziehung zum Vater entwickeln, sofern auch er als Bezugsperson zur Verfügung steht. Dazu muß der Vater nicht im gleichen Umfang wie die Mutter in die Versorgung des Kindes einbezogen sein. Erfahrungsgemäß entwickeln Kinder selbst bei der traditionellen Rollenaufteilung (der Vater übernimmt die finanzielle Versorgung der Familie, die Mutter kümmert sich überwiegend um die Versorgung der Kinder) intensive Beziehungen zu beiden Eltern. Entscheidend ist, wie gut es dem Vater gelingt, die Bedürfnisse seines Kindes zu erkennen und darauf einzugehen. Um das zu erlernen braucht er – genau wie die Mutter – Zeit und Erfahrung im Umgang mit dem Kind.

Was den zeitlichen Umfang betrifft, so gilt die generelle Regel: je jünger das Kind ist, desto häufiger sollte der Kontakt stattfinden. Denn kleine Kinder erfahren die tatsächliche Zuwendung des Elternteils als Liebe, d.h. wer sich um mich kümmert, liebt mich – wer nicht da ist liebt mich nicht. Abwesenheit bedeutet deshalb Liebesentzug. Sind die zeitlichen Abstände zu groß, wird das Kind immer wieder der Erfahrung ausgesetzt, der andere hat mich endgültig verlassen, was den Aufbau einer vertrauensvollen Beziehung behindert.
Väter, die mit ihren kleinen Kindern nicht zusammenleben, sollten möglichst häufig Kontakt zu ihnen aufnehmen. Häufige kurze Kontakte sind günstiger, als ein langer Kontakt in größerem Abstand. Amerikanische Wissenschaftler empfehlen für Kinder bis zu 2 ½ Jahren tägliche Kontakte. Dort wo die Eltern weiter auseinander wohnen und tägliche Kontakte nicht praktikabel sind, sollten die Eltern darauf achten, daß Vater und Kind mindestens alle 2-3 Tage Zeit gemeinsam verbringen.

Häufig geschieht jedoch das genaue Gegenteil. Eltern und Fachleute vertreten die Auffassung, Kontakte des Kindes zum Vater überfordern das Kind. Obwohl diese Erkenntnisse seit 20 Jahren vorliegen, werden sie in der Praxis kaum umgesetzt. Eltern ist die Bedeutung des Vaters für die kindliche Entwicklung oft nicht bewußt und auch in der Rechtsprechung haben sie bis heute keinen Niederschlag gefunden. Bis heute wird es für ausreichend gehalten, wenn getrennt lebende Väter ihre Kinder (unabhängig vom Alter) alle 14 Tage für ein Wochenende sehen und die Hälfte der Ferien mit ihnen verbringen. Gerichtsentscheidungen, die den Bedürfnissen von Kleinkindern gerecht werden, gibt es nicht oder sind mir bis heute zumindest nicht bekannt geworden. Meist wird die Haltung eingenommen, der Vater solle abwarten, bis das Kind größer ist und die Trennung von der Mutter besser verkraften könne. Dabei wird übersehen: Hat das Kind von Anfang an Gelegenheit auch eine Bindung zum Vater zu entwickeln, sind Kontakte mit ihm (und damit die Trennung von der Mutter) anschließend meist gar kein Problem.

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