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8 Tipps, wie Sie Ihren Kindern Geborgenheit geben

Kinder brauchen Halt, Geborgenheit und feste Strukturen, damit sie sich sicher fühlen. Ihre größte Sorge ist, dass die Familie zerbricht, ergab eine neue Studie. Schule stresst sie weitaus weniger. ( Von Susanne Baller)

Eine Studie, die das Rheingold Institut für den stern durchgeführt hat, brachte ein erstaunliches Ergebnis hervor. Die Antwort auf die Frage “Was stresst unsere Kinder am meisten?” lautet: die Eltern. Nicht die Hausaufgaben, die zahlreichen Hobbys oder die verkürzte Gymnasialzeit bereiten den befragten 8- bis 15-Jährigen die größten Probleme, sondern die Sorge, dass ihre Familie zerbrechen könnte. Aus diesem Grund tun Kinder alles, um möglichst wenig Konfliktpotenzial in den Alltag zu bringen, Hauptsache, die Eltern streiten sich nicht. In ihren jungen Jahren nehmen sie bereits die Rolle eines Familientherapeuten ein – und sind ihr natürlich nicht gewachsen. Pubertierende Kinder werden so um die eigene Revolte gebracht, für die ist in heutigen Familien nicht mehr recht Platz.

Das liegt zum einen daran, dass es kein klares “Feindbild” mehr gibt, gegen das sich Teenager auflehnen könnten. Kinder werden wie Partner behandelt, jede Entscheidung wird diskutiert, Eltern vermeiden klare Ansagen, gegen die der Nachwuchs protestieren könnte. Zwänge, Rituale und Traditionen sind zu Ausnahmen geworden, die in den meisten Familien, wenn überhaupt noch, nur zu Weihnachten praktiziert werden. Die Struktur des Alltags, die früher durch Mahlzeiten, den sonntäglichen Kirchgang, Haushaltspflichten – die Mädchen helfen in der Küche, die Jungen mähen den Rasen oder tragen die Getränkekisten in den Keller – vorgegeben war, existiert heute nicht mehr.

Struktur muss her

Jedes Familienmitglied führt sein eigenes Leben – Schule, Job, Sport, Freizeit, Freunde – gemeinsame Zeit ist selten geworden. Und wenn mal alle da sind, verbringen sie ihre Zeit selten wirklich zusammen. Eltern sind vielleicht noch physisch präsent, aber “Papa sitzt nach der Arbeit am Computer” und “Mama hört nie richtig zu”, stellten die Kinder aus der Studie fest. Eltern haben heutzutage viel um die Ohren, was zu großer Unsicherheit bei den Kindern führt. Denn neben dem Zuhause ist ihnen vor allem ein Netzwerk aus sozialen Medien geblieben: Facebook und Whatsapp zum Beispiel sorgen dafür, dass man nicht mehr alleine ist.

Wie gelingt es nun, trotz aller Doppel- und Dreifachbelastung, Kinder wieder Kinder sein zu lassen? Auch wenn in fast jedem Haushalt Spül- und Waschmaschine, in manchen auch eine Putzfrau viele lästige Pflichten übernehmen, müssen Eltern sich erstmal wieder darüber bewusst werden, wie sie sich auf die Familie zu besinnen. Was bei kleinen Kindern noch gut gelingt, das Elternsein, fällt bei größeren immer schwerer. Wir wollen nicht den 50er-Jahre-Muff zurück, aber wie erzeugen wir trotzdem Stabilität?

8 Tipps fürs Familienleben

Schaffen Sie eine klare Rollenverteilung: Wer ist für welchen Bereich zuständig? Wer trägt wofür die Verantwortung? Etwa so: Mama hat die Schule und die Mahlzeiten im Blick, Papa fährt samstags einkaufen und bringt die Kinder am Wochenende zu Wettkämpfen. Oder umgekehrt. Hauptsache, jeder weiß, worum er sich kümmern muss, das verhindert Streit.

Nehmen Sie die Elternrolle an: Sie sind nicht die Freunde Ihrer Kinder, Sie sind die Erziehungsberechtigten und haben auch einen Erziehungsauftrag. Das heißt, Sie können nicht alles, was Sie machen, diskutieren. Aber Sie können erklären, warum bestimmte Dinge wie laufen. Eine verlässliche Struktur schafft Sicherheit.

Sorgen Sie für Familienzeit: Jedes Familienmitglied hat eigene Interessen, Hobbys und natürlich Pflichten. Nicht nur die tausend Baustellen, um die sich Eltern kümmern müssen, auch die Smartphones der Kinder lenken davon ab, sich aufeinander einzulassen und sich miteinander zu unterhalten. Suchen Sie einen Tag in der Woche oder im Monat aus, an dem die Familie fest miteinander verabredet ist. Kochen Sie zusammen, spielen Sie was, quatschen Sie. Je öfter, desto besser

Seien Sie konsequent: Wenn Sie Regeln aufstellen, die Ihre Kinder bislang nicht gewohnt sind, erklären Sie ihnen den Sinn dahinter. Wenn Ihre Kinder verstehen, dass Sie nicht aus Wilkür handeln, sondern weil sie mehr als Familie machen möchten, können sie sie leichter akzeptieren. Egal, ob es um Uhrzeiten für Mahlzeiten oder ein gemeinsames Wochenendprogramm geht.

Regeln statt Strafen: Wenn Dinge anders laufen als abgesprochen und Ihr Kind dafür verantwortlich ist, müssen Sie darüber sprechen. Am besten schon vor Eintreten eines solchen Falles. Etwa so: Wochentags musst du um 22 Uhr zu Hause sein. Wenn nicht, bist du in der Woche drauf um 21 Uhr zu Hause.

Mindestens ebenso wichtig

Loben Sie: Ihr Kind ist pünktlich zu Hause? Sagen Sie ihm, dass Sie es schön finden, dass es so zuverlässig ist. Ihr Kind mag kein Obst, aber lässt sich darauf ein, mal wieder einen Apfel zu probieren? Toll! Der Geschmack verändert sich, auch bei Kindern, loben Sie es für seine Bereitschaft.

Helfen Sie: Ganz allein aufräumen kann für kleine Kinder extrem schwierig sein. Unterteilen Sie das Zimmer in kleine Einheiten, die Ihr Kind Schritt für Schritt erledigen kann. So werden aus einem riesigen Berg kleine Häufchen – und es entsteht kein Frust.

Genießen Sie: Eigentlich stehen lauter Dinge an, die Sie erledigen müssten, aber es regnet und die Stimmung ist schlecht. Auch Ihr Kind ist in miesepetriger Stimmung. Gönnen Sie sich einen “blauen Tag” und kuscheln Sie auf dem Sofa. Die Arbeit läuft nicht weg, schalten Sie gemeinsam ab.

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